Der Kult um Fußballer und andere Helden

Fußballspieler gelten gemeinhin als Gladiatoren der Neuzeit. Während in der Antike Männer in den Arenen des römischen Imperiums um Leben und Tod gegeneinander kämpften, geht es glücklicherweise heutzutage weniger blutig zu. Doch auch heute noch tragen die Männer auf dem Rasen stellvertretend für ihre Zuschauer einen Wettkampf aus. Dieser Wettkampf löst die größten Emotionen aus, im Sieg als auch in der Niederlage. Daher ist es nicht verwunderlich, dass damals wie heute eine hohe Identifikation mit den Protagonisten herrscht. Während Gladiatoren damals mit besten Speisen belohnt wurden, sowie auch in der Gunst der einen oder anderen römischen Dame gestanden haben, wird die Fankultur in der Moderne anders ausgelebt. Eine Vielzahl an Fanartikeln soll den Fan seinem Idol näherbringen. Trikots des Vereins mit entsprechender Rückennummer oder dem Namen des verehrten Spielers allein reichen da längst nicht mehr aus. Vielmehr sind Fußballspieler wie andere Popstars auch zu modischen Trendsettern geworden. Oft genug machte dies auch vor der Haarpracht nicht halt. Fußballer Frisuren, so skurril und schrill sie auch gewesen sein sollen fanden seit Generationen mutige Nachfolger.

Trendsetter und solche, die es werden wollen, oder nie werden wollten

Längst nicht jeder Spieler schafft es in den absoluten Olymp bedingungsloser Nachahmung. Es bedarf schon einer gewissen Konstanz um einen derartigen Status zu erreichen. Während viele Spieler nur eine Saison lang für absolute Furore sorgen, haben die Fans ein sehr gutes Gespür dafür, wen sie als Leitfigur akzeptieren wollen. Spieler, die es nicht schaffen, durch Auftreten und ihre Spielweise auf dem Platz den Zuschauer emotional zu packen, werden auch nie eine derartige Fangemeinschaft und Nachahmung finden, wie es bei Superstars wie Christiano Ronaldo beispielsweise der Fall ist. Diese Nachahmung, eher ein Nebenprodukt ihres eigentlichen Schaffens und in den seltensten Fällen erwünscht oder bewusst herbeigeführt, macht auch vor den Fußballer Frisuren nicht halt. Andere Spieler, deren fußballerische Qualitäten nicht, oder nicht mehr zu einer solchen Nachahmung anregen, tun sich da eher durch schrilles Auftreten hervor. Bei der dritten Spezies in Sachen berühmt durch, oder trotz Frisur sind Spieler, denen es vermutlich schlichtweg egal war/ist, wie ihre Haarpracht aussieht, bzw. bei den Zuschauern ankommt.

Spieler, die unfreiwillig durch ihre Frisuren berühmt wurden/sind

Generell ist das Thema Fußballer Frisuren sehr stark von der Dekade abhängig, in denen die Spieler aktiv waren bzw. sind. Es war nämlich in den 70gern, 80gern und selbst in den frühen 90gern noch nicht en vogue, mittels äußeren Erscheinungsbildes von sich Reden zu machen. Ja, den meisten Männern und damit auch den aktiven Profis war die Existenz und selbst der Gebrauch von Pflegeprodukten außer Seife und Duschgel völlig unbekannt und galt als wenig männlich. So verhielt es sich denn auch mit der Haarpracht. Natürlich gab es auch damals schon den einen oder anderen aktiven Kicker, der besonders modebewusst war und dies auch wissentlich als Mittel um eine eigene Marke zu repräsentieren einsetzte. Aber Typen vom Schlage eines Günter Netzer waren eher die Ausnahme. Dass rückblickend seine damalige Frisur heutzutage eher Heiterkeit auslöst, sei ihm verziehen. Die Mehrheit der damaligen Spieler jedoch fielen höchstens dann auf, wenn sie schlicht aufgrund intensiven Trainings und vieler Spiele den Friseurbesuch deutlich um Wochen versäumt hatten. Wer beispielsweise heute den sehr distinguierten Paul Breitner sieht, der hat allenfalls als eingefleischter Fan noch dessen lange Haare als aktiver Spieler vor Augen. Ähnlich erging es auch anderen Zeitgenossen, die schlicht wenig Aufhebens um ihre Haarpracht machten, weder was Frisur, noch Länge der selbigen anbelangt. Uninspirierte Topfschnitte waren der Zeitgeist und niemand schien sich daran zu stören. Andrzej Szarmach sei hier als Beispiel genannt. Manch ein Spieler kann auch gar nichts für seinen Haarwuchs. Der belgische Profi Fellaini beispielsweise hat eine so gewaltige Lockenpracht, dass er gar nicht anders könnte als dazu zu stehen und es als sein Markenzeichen zu pflegen.

Deutsche Einheit bei der Vokuhila

Die neunziger Jahre brachten viele modische Grausamkeiten hervor. Bei Männerfrisuren war dies die so genannte Vokuhila, was nichts anderes bedeutet, als vorne kurz und hinten lang. Ein echtes Phänomen ist, dass scheinbar die gesamte Bundesliga diesem Haarschnitt verschrieben war. Was selbst heute in vielen Bereichen längst noch nicht der Fall ist, gelang im Fußball erstaunlich schnell. Die beiden deutschen Ligen aus Ost und West wuchsen schnell zusammen und Spieler aus der ehemaligen DDR bereicherten die Liga. Gäbe es ein äußeres Zeichen der Integration, so wäre dies zur damaligen Zeit die Haarmode gewesen. Denn egal, ob Spieler aus dem ehemaligen Westen wie Ralf Zumdick beim VFL Bochum, oder Bernd Schneider damals noch bei Carl Zeiss Jena. Der so oft als weißer Brasilianer erwies sich rein optisch als urdeutsch zur damaligen Zeit. Wahrer Protagonist dieser Frisur und offen bekennender Vokuhila und stolz drauf Fußballer war jedoch Mike Werner vom FC Hansa Rostock. Generell lässt sich feststellen, dass so manche Fußballer Frisur, die heute undenkbar scheint, schlicht und ergreifend der Tatsache geschuldet war, dass die Spieler wie andere Männer auch, begannen, der Mode zu folgen. Dass umgekehrt auch Fans dieser Mode folgten, liegt in der Natur der Sache: Wenn mein Held das trägt, muss es ja gut sein.

Frisur als Statement

Sein Name wird nicht nur mit ausgezeichnetem Fußball, sondern auch mit Starallüren und Divenhaftigkeit zu seiner aktiven Zeit verbunden. Man kam ihm als Gegenspieler oder Reporter besser nicht zu nahe, sonst machte er seinem Beinamen Tiger alle Ehre: Stefan Effenberg. Auf dem Zenit seiner Karriere hat er einen Trend gesetzt, den wohl außer ihm damals niemand gewagt hätte: Er hat sich einen Tiger in seine Frisur rasieren lassen. Wäre er nicht Stefan Effenberg gewesen, so hätte man dies als lächerlich abgetan. In den folgenden Jahren jedoch trieb dieser Trend seltsame Blüten. Seltsame Kreaturen oder auch angedeutete Pizza-Ecken in die Haare gefärbt und rasiert, die bei der Jugend zur Nachahmung je nach Job nicht unbedingt taugen kamen hinzu. Allerdings ist bei Markenlogos auch bei Fußballern Vorsicht geboten: Dortmunds Aubameyang hatte sich diesbezüglich eine Menge Ärger eingehandelt als er das Symbol eines Sportherstellers zur Schau trug.

Die Weltmeisterschaft als Bühne

Eine Fußball Weltmeisterschaft ist die Gelegenheit, sich als Spieler zu präsentieren. Für wenige Wochen und je nach Nationalmannschaft nur ganz wenige Spiele haben die Profis die Möglichkeit, auf größter Bühne Werbung in eigener Sache zu machen. Hierzu dienen spätestens seit der WM 1990 auch die Fußballer Frisuren. Unvergessen sind René Higuita oder Carlos Valderrama. Ein Ronaldo bei der WM 2002 hat ebenso Eindruck gemacht mit seinen Teufelshörnern. Ob nun schrill oder en vogue, viele Spieler nutzen bei der WM jede Gelegenheit, um auf sich aufmerksam zu machen umso Werbung in eigener Sache zu betreiben.

Star Coiffeur meets Profi

Spätestens seit David Beckham wird der Profi auch in Sachen Mode beachtet. Ob nun durch Stilberater oder die Freundin bzw. Ehefrau beeinflusst. Da dies aufgrund des Jobs, den sie ausüben, in Sachen Textil nur sehr bedingt möglich ist, liegt der Fokus auf den Frisuren. Hier setzen sie Trends ähnlich den Models auf dem Laufsteg. Die angesagtesten Trends in Sachen Haarmode sind also hier zu finden. In dieser Saison sind es der Scheitel, der wieder in Mode gekommen ist, oder das Zöpfchen Marke Bale oder Ibrahimovic. Bleibt den Nachahmern nur zu wünschen, dass ihnen selbst die Frisur ihres Idols genauso gut steht.

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Malte
Moin, mein Name ist Malte und ich bin Fußball Fan aus Leidenschaft! Ich schreibe auf Fußball Früher als Fan für Fans über den Sport, der mich seit meiner Kindheit begleitet. Mein Herz schlägt für die Fußballkultur. Ich freu mich, dass du diese Leidenschaft mit mir teilst!

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