Fußball ist mehr als nur ein Spiel

Fußball begeistert seit über 150 Jahren die Massen. Kaum eine Sportart findet global so viel Beachtung wie der Soccer, wie er im Englischen auch genannt wird. Während der Fußball in Europa und in Südamerika längst Sportart Nr. 1 war, hat er in den letzten Jahren auch in Nordamerika enorm an Bedeutung zugelegt. Teams aus der MLS in den USA sichern sich die Dienste prominenter Spieler wie derzeit Ibrahimovic, Schweinsteiger und viele andere. Während dieser Trend dort bereits seit Jahrzehnten zu beobachten ist, sind es neuerdings auch asiatische Länder, die die Bedeutung des Fußballs für sich entdecken. Gerade China ist ein bedeutender Markt, der durch die Auftritte großer europäischer Clubs erobert werden soll. Chinesische Teams leisten sich seit einiger Zeit ebenfalls große und namhafte Spieler um ihre Liga interessanter und damit auch lukrativer zu gestalten. Fußball als Marke und großes Geschäft ist längst eine globale Erscheinung.

Wer hat den Fußball erfunden?

Den Anspruch, Fußball erfunden zu haben, erheben und verteidigen nach wie vor mit großer Vehemenz die Engländer. Das als Mutterland des Fußballs betitelte Inselvolk hat das Spiel in seiner jetzigen Form möglicherweise erfunden. Unbestritten jedoch ist, dass die Engländer die Kultur rund um die schönste Nebensache erfunden haben und bis heute prägen. Keine Fangemeinde ist so leidenschaftlich und einfallsreich wie die Anhänger englischer Clubs und der Nationalmannschaft. Fangesänge in englischen Stadien sind nicht nur beeindruckend, sondern sie hinterlassen eine Gänsehaut. Wer jedoch genau hinsieht, der wird nicht umhinkommen, den Engländern die traurige Nachricht zu verkünden, dass sie nicht die Erfinder des beliebten Ballspiels sind. Nein, die wahren Erfinder sind die Chinesen. Seit dem 15.10.2004 ist dies sogar amtlich. Denn kein geringerer als der Fifa Präsident Sepp Blatter höchstselbst ernannte den Cuju, wie das Spiel ursprünglich heißt, für den offiziellen Vorläufer des heutigen Fußballspiels.

Historisches

Cuju, was wörtlich übersetzt so viel bedeutet wie einen Ball mit dem Fuß treten wurde der Legende nach vom Gelben Kaiser Huangdi erfunden. Er soll befohlen haben, den Magen eines getöteten Feindes auszustopfen und zu einem Ball zu verarbeiten.
Sicher belegt durch diverse Aufzeichnungen und zahlreiche zeitgenössische Illustrationen ist jedoch, dass das Spiel zur Zeit der Westlichen Han-Dynastie also im Zeitraum 200 vor Christus bis 9 vor Christus praktiziert worden ist. Aus dieser Zeit stammen auch Bilder von der Ausübung dieses Sportes auf unterschiedlichen Materialien wie Steinreliefs, Malereien auf Seide oder Papier sowie als Verzierungen auf Alltagsgegenständen und in Büchern. Der Sport schien seinerzeit also eine große Bedeutung gehabt zu haben.
Vermutet wird, dass die Ausübung dieses Sportes auch in Form von Wettkämpfen ursprünglich dazu dienen sollte, die Soldaten zu trainieren. Auch Dinge wie Teamgeist und moralische Integrität waren bei der Ausübung und damit auch zur Erziehung der Soldaten wichtige Attribute, die es zu pflegen und zu verinnerlichen galt.

Damit nicht genug, fanden Historiker heraus, dass vor der Erfindung des heutigen Fußballs, welche mitsamt der im Großen und Ganzen heute noch gültigen Regeln erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts in England schriftlich festgehalten wurde, bereits in anderen Breiten Abarten dieser Sportart ausgeübt worden sind. So weiß man heute, dass Griechen, Ägypter und auch die Römer gegen den Ball getreten haben. Auch mexikanische Urvölker haben sich auf ihre Weise als Kicker betätigt, ebenso wie Menschen in Japan, Malaysia und im fernen Australien. Der Mensch schien also über geographische und kulturelle Grenzen hinweg Gefallen an dieser Beschäftigung gefunden haben.

Von der Trendsportart zum Massenspektakel

Während der Han-Dynastie wurde das Spiel salonfähig. Denn kein geringerer als der Kaiser Wu Di selbst soll, wie viele Menschen aus der damaligen Oberschicht auch, absolut begeistert von dieser Sportart gewesen sein. Daher ließ man zu der Zeit auch viele Spielfelder in den Palastanlagen oder den Gärten der Villen der Reichen Beamten errichten, um möglichst oft und ohne großen Aufwand an dem Spektakel teilnehmen zu können. Doch auch die Bevölkerung erfreute sich aktiv oder nur als Zuschauer an der Ausübung dieses Sports. In vielen Städten standen auch den einfachen Leuten während der Tang-Dynastie Spielfelder zur Verfügung. So war spätestens jetzt Der Sport zu einer Freizeitgestaltung geworden, der unabhängig von Stand und Geldbeutel allen Menschen offenstand.
In der Song-Dynastie wird sogar von professionellen Spieler berichtet, also Akteuren, die mit der Ausübung ihren Lebensunterhalt verdienten. Sogar Frauen übten den Sport aktiv aus, wenngleich auch in einer etwas anderen Art und Weise.
Während die Top-Mannschaften auf dem Gelände des Kaisers selbst spielen durften, waren die einfachen Leute außerhalb spielten. Man kann also vielleicht sogar von einer Art Liga-System sprechen. Im Verlaufe der Jahre, beginnend in der Ming-Dynastie hat das Interesse an Cuju sehr stark nachgelassen. In der Quing-Dynastie war es nahezu aus dem Bewusstsein der Chinesen verschwunden.

Das Spielfeld und die Spielregeln

Über die Größe des Spielfeldes ist nicht viel bekannt, wohl aber über die Anzahl der Teilnehmer und das Tor. Denn im Gegensatz zur heutigen Spielform gab es damals nur ein Tor und das stand in der Mitte des Spielfeldes. Ein Tor in dem Sinne war es auch noch nicht. Vielmehr handelte es sich um ein rundes Loch, welches in eine Art gespanntes Netz eingearbeitet war. Wenn man so will, sah das ganze so aus, wie ein gespanntes Volleyball-Netz in dessen Mitte eine Öffnung von der Größe der Öffnung beim Torwandschießen befindlich war. Die Teams bestehend aus 12 bis 16 Spielern nahmen jeweils auf einer Seite dieses Netzes Aufstellung. Ziel des Spiels war es, mit jedem beliebigen Körperteil, außer mit den Händen den Ball durch das Loch im Netz zu befördern. Erfolgreiche Versuche wurden mit einem Punkt bedacht. Das Spiel konnte entweder auf Zeit, oder aber bis zum Erreichen einer vorher festgelegten Anzahl an Treffern gespielt werden. Einen Schiedsrichter gab es sogar auch schon. Interessant ist auch, dass damals bereits darum gebeten wurde, ohne zu reklamieren den Entscheidungen des Schiedsrichters Folge zu leisten sei, auch, wenn dieser mit seiner Entscheidung unrecht habe.
Eine leichte Abwandlung gab es im Spiel der Frauen. Hier kam es auch auf Anmut und technische Fähigkeiten an. Ein Schiedsrichter konnte für besonders gelungene Aktionen Punkte vergeben, oder sogar auf Punktabzug entscheiden, wenn eine Aktion grottenschlecht war.

Das Spielgerät

An der Entwicklung des Balles im Laufe der Jahre kann man erkennen, dass Cuju mit wachsender Professionalität gespielt worden sein muss. Denn während anfangs ein aus zwei Lederhälften mit Haaren und/oder Federn gefüllter und notdürftig zusammen genähter Ball als Spielgerät diente, verfeinerte man nach und nach die Herstellung, bis zum Schluss ein mit Luft gefüllter und aus 12 Stücken bestehender Ball Verwendung fand. Dieser Ball ähnelt unserem heutigen Fußball sehr. Die Behandlung und Kontrolle dürfte sich mit dieser Entwicklung deutlich verbessert haben.

China und Fußball heute

China ist nach wie vor ein sozialistisches Land, in der es schwierig ist, als eigener Verband autark Entscheidungen durchführen zu dürfen. Reglementierungen hinsichtlich des Spielertransfers sind hier als Indiz zu sehen. Darüber hinaus fand sich bislang noch nicht der Markt, um Fußball auch als wirtschaftlichen Faktor zu erkennen und nutzen. Europäische Spitzenclubs sind jedoch aktuell dabei, diesen Markt zu beleben.

Banner Content
Uwe
Hallo zusammen, ich heiße Uwe. Fußball spiele ich jetzt zwar schon seit einigen Jahren nicht mehr, doch dafür gehe ich umso lieber ins Stadion. Ich schreibe auf Fußball Früher über die Geschichte des Sports und die Spieler, die ihn so großartig machen. Ich freue mich immer, wenn ich meine Leidenschaft mit anderen teilen kann. Denn Fußball ist vor allem eines: Teamsache!

0 Comments

Leave a Comment