Inbegriff des Fußballspielers

Auch, wer ihn nicht hat live spielen sehen kennt seinen Namen. Als absoluter Ausnahmekönner und Idol seiner Zeitgenossen ist Diego Maradona heute immer noch der Liebling der Nation. Um zu verstehen, welche Bedeutung ein Sportler für seine Landsleute erreichen kann, muss man ein wenig in die Kultur und die Rahmenbedingungen seines Heimatlandes hineinschauen. Argentinien, ein stolzes Volk mit großen Sehnsüchten war seinerzeit gebeutelt von einer Militärdiktatur, die es bis ins Jahr 1983 hinein reichte. Viele aus der Bevölkerung litten unter Repressalien und gar Folter. Eines der wenigen Vergnügen, dass den einfachen Leuten blieb, war der geliebte Fußball. Mit seinem unglaublichen Spiel brachte er die Massen in Verzückung. Er gab ihnen Hoffnung und Lebensfreude. Er gab ihnen vor allem eines: Ihren Stolz. So sind es nicht nur seine rein sportlichen Erfolge, die ihn in seinem Heimatland einen fast gottgleichen Status erreichen ließen. Seine Anhänger werden ihn deswegen immer lieben und verehren, und ihm all seine zwischenzeitlichen Eskapaden gerne verzeihen. Ebenso schillernd und spannend wie seine aktive Zeit als Spieler ist das, was Diego Maradona heute macht.

Herkunft

Maradona wurde am 30.10.1960 in Lanus, einem Vorort von Buenos Aires geboren. Er war eines von insgesamt 8 Sprösslingen der Eltern Diego Maradona Senior und seiner Frau Dalma Salvatore Franco. Seine jüngeren Brüder Raul und Hugo haben es ebenfalls in den Profifußball geschafft. Die Familie lebte in sehr bescheidenen Verhältnissen. Der kleine Diego verbrachte die meiste Zeit beim Fußball. Mit 9 Jahren trat er einer organisierten Straßenmannschaft bei. Schnell wurden Talentsucher auf ihn aufmerksam. Fortan durfte er in den Kindern und Jugendmannschaften des Vereins Argentinos Juniors aus der Hauptstadt sein einzigartiges Können unter Beweis stellen. Mit seinen Künsten verzauberte er während der Halbzeitpause als Balljunge die Fans der Profimannschaft des Vereins.

Karriere als Profi

Im Jahr 1976 – also im Alter von 16 Jahren – durfte er dann selbst bei den Profis von Argentinos Juniors auflaufen. Mit seinem Können sorgte er für so viel Furore, dass er noch im gleichen Jahr in die Nationalmannschaft Argentiniens berufen wurde. In der darauffolgenden Saison wurde er Torschützenkönig der Argentinischen Liga. Es folgte der Wechsel zu den Boca Juniors im Jahr 1981, dem Liga-Primus seinerzeit. Hier spielte er ebenfalls eine überragende Saison, ehe es ihn 1982 nach Europa zum großen FC Barcelona zog. Bei Barcelona verbrachte er seine großen Jahre. Doch bereits hier sorgte er mit ersten Eskapaden für Unruhe und fiel bei den Vereinsbossen in Ungnade, so dass er 1984 den Verein in Richtung Italien verließ. Beim SSC Neapel lagen ihm die Herzen der Fans schnell zu Füßen. Der Club, der bislang immer im Schatten der großen Vereine aus Norditalien, also Turin und die beiden Mailänder Clubs gelegen hatte, wurde während seiner Zeit 2mal italienischer Meister und gewann einmal den Pokal. Außerdem wurde der SSC Neapel unter der Regie von Maradona UEFA-Pokal-Sieger im Jahr 1989. 1992 zog es ihn erneut nach Spanien. Diesmal schloss er sich dem FC Sevilla an. Vorausgegangen war eine Sperre, die es ihm nicht ermöglicht hatte, am offiziellen Trainingsbetrieb teilzunehmen. In dieser Saison war er daher längst nicht mehr der Maradona, den die Zuschauer gewohnt waren. Dennoch ließ er in magischen Momenten sein unerhörtes Können, das eine oder andere Mal aufblitzen. 1993 war seine Zeit in Europa endgültig beendet. Nach einem kurzen Gastspiel in Rosario bei den Newell´s Old Boys war seine letzte Station die Mannschaft der Boca Juniors in Buenos Aires. Im Jahre 1997 beendete er seine aktive Zeit.

boca-juniorsNationalmannschaft

Mehr noch als seine Spiele im Verein haben ihn seine Auftritte im Dress der Albiceleste, der Nationalmannschaft Argentiniens zur Legende werden lassen. War er bei der WM 1978 im eigenen Land noch außen vor, hatte er seinen ersten Auftritt auf der großen Weltbühne des Fußballs im Jahr 1982. Bis dahin mit 22 längst zur unverzichtbaren Größe avanciert. Doch der Goldjunge, wie er genannt wurde, und seine namhaften Mannschaftskollegen wie Kempes, Passarella und Ardiles, Weltmeister von 1978 konnten den Erwartungen nicht gerecht werden. Maradona wurde bei den meisten Spielen in enge und vor allem harte Manndeckung genommen. Seine nächste Gelegenheit zum Gewinn einer Fußball Weltmeisterschaft sollte ihm 4 Jahre später in Mexiko gegeben werden. Als Kapitän führte er seine Farben durch das Turnier bis hin zum verdienten Weltmeistertitel. Er prägte die Rückennummer 10 wie kein anderer Spieler vor und nach ihm es jemals wieder vermochte. Sein Tor zum 2:0 gegen England im Viertelfinale wurde zum Tor des Jahrhunderts ernannt. Er schloss einen Alleingang über das gesamte Spielfeld ab, wobei er die komplette englische Abwehr ausspielte. Die WM vier Jahre später zeigte bereits deutlich, dass Maradona seinen Zenit überschritten hatte. Er war leicht übergewichtig, was sich deutlich auf die Dynamik seines Spiels auswirkte, mit dem er beim Titelgewinn noch geglänzt hatte. Dennoch war er nach wie vor noch eine tragende Säule im Gerüst des Teams und so wurde das Finale gegen Deutschland erreicht. Diesmal jedoch hatte der Gegner das glücklichere Ende nicht zuletzt auch, weil sein Gegenspieler Buchwald ihn völlig aus dem Spiel nehmen konnte. Vier Jahre später sollte dann sein letzter großer Auftritt auf der WM-Bühne werden, ehe er die Karriere in der Nationalmannschaft beendete.

Skandale pflastern seinen Weg

Leider gab es immer wieder düstere Kapitel im Leben dieses Ausnahmekönners. Sein impulsives Temperament, von dem er als Spieler zwar lebte, führte unweigerlich zu einer Menge Ärger. Unbeherrschtheit bis hin zu Tätlichkeiten brachten ihm zahlreiche Platzverweise und Sperren ein. Damit nicht genug zog es ihn auch immer wieder hin zu Drogen wie Kokain oder zur Einnahme verbotener Medikamente. Diesbezüglich wurde er bei der WM 1994 bei der Dopingprobe überführt und seine bis dahin gute Leistungen im Turnier erscheinen nun leider in einem völlig anderen Licht. Auch die Nähe zu Mafia-ähnlichen kriminellen Vereinigungen wurden ihm nachgesagt. Der Konsum von Kokain und anderen Mitteln brachten ihn mehrere Male an den Rand des Todes. Äußerlich war er oft nur noch ein Schatten seiner selbst. Diverse Aufenthalte in Kliniken und Entzugstherapien hat er hinter sich bringen müssen. Bei der WM 2018 machte er zuletzt durch sein eigenartiges Verhalten sowie einen neuerlichen physischen Zusammenbruch von sich Reden.

Maradona als Trainer

Wohin der Weg von Diego Maradona heute und in Zukunft führt, lässt sich schwer voraussagen. Natürlich bedeutet das Engagement einer Figur wie Maradona als Vereinstrainger absolutes Medieninteresse. Möglicherweise ein Grund, warum Maradona als Vereinstrainer nie lange Fuß zu fassen vermochte. Wann immer die Albiceleste an einem großen Turnier teilnahm, trat er als Edelfan auf. Sein Glanz überstrahlt den argentinischen Fußball immer noch. So war es fast unumgänglich, dass Maradona die darbende Nationalmannschaft 2008 als Trainer übernahm. Aufgrund seiner Unerfahrenheit stellte man ihm seinen Vorgänger Carlos Bilardo zur Seite. Bei der WM 2010 war es mehr seine Person als die Mannschaft selbst, die im Mittelpunkt des Medieninteresses stand. Maradona führte die Mannschaft um den damals erst 23-jährigen Lionel Messi bis ins Viertelfinale. Hier allerdings unterlag das Team gegen starke deutsche deutlich mit 0:4. Nach kuriosen Zwischenstationen unter anderem als Präsident des Vereins Dynamo Brest trainiert er derzeit den mexikanischen Zweitligisten Dorados de Sinaloa und soll diesen vor dem Abstieg bewahren. Es bleibt ihm zu wünschen, dass die große Legende Diego Maradona heute endlich seine Position im Leben gefunden hat.

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Malte
Moin, mein Name ist Malte und ich bin Fußball Fan aus Leidenschaft! Ich schreibe auf Fußball Früher als Fan für Fans über den Sport, der mich seit meiner Kindheit begleitet. Mein Herz schlägt für die Fußballkultur. Ich freu mich, dass du diese Leidenschaft mit mir teilst!

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